Übersicht über die verschiedenen Munitionsarten für Helikopter und Flugzeuge der NATO Streitkräfte

Disclaimer: Diese Liste inklusive des beigefügten Anhangs ist lediglich auf die Mods im Gruppe-W-Modset (Stand 11.05.2020) und auch nur auf Bewaffnung der NATO-Streitkräfte bezogen. Da ArmA keine unglaublich komplexe Physik bei verschiedenen Verhaltensweisen der Flugkörper und Bomben aufzeigt, werden hier teilweise zusätzliche Informationen für die Immersion mitgegeben, auch wenn sie in ArmA redundant sind.

Weiterer Hinweis: Durch RHS werden weitere Munitionsvarianten hinzugefügt, die allerdings auch nur von den Flugzeugen und Helikoptern der selben Mod genutzt werden können. Diese werden mit [RHS] gekennzeichnet. Ggf. muss sich als Grundlage die Erklärung der Vanilla/Ace Munitionsvarianten durchgelesen werden. Bei Flugzeugen handelt es sich um die A-10A, F22 und A-29 Super Tucano, bei Helikoptern um die AH-1Z, AH-64D, AH-6M, UH-1H Gunship, UH-1Y und UH-60M (EWS / ESSS).

Begriffserklärung

Fire and Forget
bedeutet die Fähigkeit, das Ziel nach dem Ausklinken ohne weiteren Input des Waffensystems eigenständig zu finden oder zu verfolgen, entweder durch eigenes Radar, IR-Suchkopf oder andere Einrichtungen.

Splash
Einschlag des Geschosses / der Bombe

IR
Infrarot - Auf Lenkwaffen bezogen meint man damit das Aufschalten und Verfolgen von Wärmesignaturen.

LOAL = Lock on after Launch
Die Waffe wird nicht im Fluggerät auf das Ziel aufgeschaltet, sondern lediglich in die Richtung des Ziels geschossen / auf die ungefähre Position des Ziels abgeworfen. Direkt danach sucht sie einen Laser mit dem ihr mitgegebenen Code (Standard 1111).

LOBL = Lock on before Launch
Im Gegenzug zu LOAL muss bei LOBL der Laser noch im Fluggerät aufgeschaltet werden. LOBL wird als solcher Begriff eigentlich nicht benutzt und ist nur durch die Entwicklung von LOAL-Waffen entstanden.

FW = Fixed wing aircraft
Starrflügler / Starrflügelflugzeug

RW = Rotary Wing
Drehflügler

AGM = Air to Ground Missile
Luft-Boden-Rakete, die von einem Fluggerät auf Bodenziele verschossen wird.

PIG
Brevity Term für Bombe

Rifle
Brevity Term für Abschuss einer AGM

HEAT = High Explosive Anti Tank
Besteht aus einem hochexplosiven Sprengstoff, der u.a. gegen Personen und Gebäude eingesetzt werden kann. Zusätzlich zur Explosion wird ein in der Spitze befindliches Metallstück verformt und beschleunigt, sodass es auch Panzerungen durchschlagen kann.

Tandem-Hohlladung / Tandem-charge
Ein Geschoss, das zwei oder mehr Abschnitte (Stages) hat, die nacheinander zünden um so z.B. eine Reaktivpanzerung eines Panzers oder einen Bunker zu durchschlagen und anschließend die volle Wirkung zu entfalten.

WSO = Weapon System Officer
Oder auch RIO (Radar Intercept Officer) ist der zweite Mann im Flugzeug, der die entsprechenden Systeme bedient.

Air-to-Air / Luft-Luft

Übersicht

Im Luftkampf wird durch die Brevity-Terms in drei verschiedene Flugkörper unterschieden:

Fox 1 Semi-radar-gelenkt
Fox 2 Infrarot-gelenkt
Fox 3 Aktiv-radar-gelenkt

In ArmA finden wir nur infrarot [Fox-2] und aktiv-radar [Fox-3] gelenkte Flugkörper vor.
Fox-1-Raketen brauchen nach Abschuss eine kontinuierliche Verbindung zum abschießenden Fluggerät. Dieses versorgt den Flugkörper mit den nötigen Informationen. Semi-radar-gelenkte Flugkörper verfügen also über kein eigenes Radar oder Ähnliches.
Die Fox 2-Raketen schalten auf Wärmesignaturen auf, wie es bei Infrarot üblich ist. Ältere Modelle dieser Art können nur auf sehr starke Wärmesignaturen, wie beispielsweise bei einem Triebwerk, aufschalten. Neuere Modelle haben die Möglichkeit, ein feindliches Fluggerät auch von vorne oder von der Seite “aufzuschalten”. Durch den eigenen verbauten Infrarot-Suchkopf sind Fox 2 meistens Fire-and-Forget-Waffen, sind aber nur auf relativ geringe Reichweite effektiv.
Fox 3-Raketen sind ebenfalls Fire-and-Forget Waffen, da sie über ein eigenes Radar verfügen. Sie sind also aktiv-radar-gelenkt und können damit ihr Ziel eigenständig finden und verfolgen. Sie werden dazu in die Richtung des Feindes geschossen, können also unter Umständen auch dazwischen liegende Friendlies treffen. Luft-Luft-Flugkörpern geht das Kürzel AIM vorweg, das bedeutet: Air-launcher Intercept-aerial Guided Missile (In ArmA ist auch ab und zu das Kürzel BIM davor - dann einfach das durch AIM austauschen.)
Des Weiteren können die Flugkörper nach ihrer Reichweite unterteilt werden. In ArmA sind davon folgende vertreten:

AMRAAM = Advanced Medium-Range Air-to-Air Missile
Verbesserte Luft-Luft-Rakete für mittlere Reichweite

ASRAAM = Advanced Short-Range Air-to-Air Missile
Verbesserte Luft-Luft-Rakete für kurze Reichweite

VRAAM = Visual Range Air-to-Air Missile
Luft-Luft-Rakete, deren Abschuss im Sichtbereich erfolgt. Diese werden dann nochmal unterteilt in SRAAM (Short Range Air-to-Air Missile) und WVRAAM (Within-Visual-Range Air-to-Air Missile). Erstere ist dabei für kurze, Zweitere für mittlere Distanzen.

Wichtig ist auch noch zu erwähnen, dass die maximale Kampfreichweite eines Luft-Luft-Flugkörpers in den seltensten Fällen tatsächlich ausgeschöpft werden kann. Das zu treffende Fluggerät wird ausweichen und so dem Luft-Luft-Flugkörper Energie nehmen, da dieser seine Flugbahn korrigieren muss.

Fox 2

AIM-9 Sidewinder

Die AIM-9 Sidewinder ist die erfolgreichste, kostengünstigste und älteste Rakete unter allen Luft-Luft-Flugkörpern. Sie wird sowohl an FW als auch an RW genutzt (Die “AIM-9 Sidewinder” [Name in den Pylonensettings] stellt die AIM-9M dar).

AIM-9M
Mit der AIM-9M wird der Standard der Sidewinder-Reihe abgebildet. Ihre Indienststellung war bereits 1982, wodurch sie mittlerweile durch die AIM-9X abgelöst wurde.

AIM-9X
Die AIM-9X wurde als Resultat der festgestellten Überlegenheit sowjetischer Technik kurz nach dem kalten Krieg entwickelt. Sie wurde gegenüber den alten Sidewinder drastisch verbessert und ist eigentlich eine komplette Neuentwicklung. Am Deutlichsten sticht der verbessere IR-Suchkopf heraus, der zum einen eine höhere maximale Erfassungsreichweite bietet als auch zum anderen einen Sichtwinkel von 90°. Die 9X bietet eine maximale Reichweite von 16 km und wurde 2002 in den Dienst gestellt.

AIM-132 ASRAAM

Die AIM-132 ASRAAM löst die AIM-9 auf britischer und australischer Seite ab. Sie wurde auf dem Prinzip entwickelt, einen Angreifer noch weit vor einem möglichen Kurvenkampf zu eliminieren und hat daher eine Reichweite von bis zu 50km. Auch bietet die ASRAAM die Möglichkeit, die Rakete nach hinten abzufeuern, sollte der Pilot über ein HMD (Head Mounted Display) verfügen, mit dem er ein Ziel hinter sich aufschalten kann. Sie wird unter anderem auf der F-35 und der F/A-18E eingesetzt.

Fox 3

AIM-120 AMRAAM

Die FOX 3 Raketen werden ausschließlich durch die AMRAAM repräsentiert. Sie wird seit 1991 als zuverlässigste Waffe im BVR-Kampf (Beyond Visual Range) eingesetzt. Haupteinsatzplattformen sind die F-16, F/A-18 Hornet und F-35 Lightning II.

AIM-120A
Basisversion von 1991 mit einer Reichweite von 55 bis 75 km.

AIM-120D [auch AMRAAM D]
Bei dieser Variante konnte eine signifikante Erhöhung der Reichweite von 50% auf 180km erzielt werden. Eine Reichweite, welche in ArmA nie eine Rolle spielen wird.

Countermeasures / Gegenmaßnahmen

Die Luft-Luft Raketen können mit eigenen Mitteln bekämpft werden. Man spricht dann von sogenannten Gegenmaßnahmen / Countermeasures. Die IR-gelenkten Raketen werden durch Flares irritiert, die radargelenkten Raketen durch Chaffs oder Radar-Störkörper.

Flares
sind sehr hell leuchtende Fackeln, die das IR-Spektrum der IR-Suchköpfe stört.

Chaffs
sind beispielsweise aluminium- oder silberbeschichtete Glasfasern. Diese werden wie Flares aus dem Fluggerät ausgestoßen, wodurch sie das Radar stören, da sie verfälschende Radarstrahlen zurückwerfen.

Radar-Störkörper
ersetzen häufig die Chaffs. Entweder werden sie im Flugzeug verbaut oder außen an einer Pylone befestigt. Störkörper senden Signale aus, welche die Flugkörper - wie auch die Chaffs - stören.

Air-to-Ground / Luft-Boden

Rocket Launcher / Racks

Ungelenkte Raketen haben zwar einen eigenen Feststoffantrieb, benötigen dennoch ein sogenannten Launcher (oft auch Pod genannt), in dem sie getragen und aus dem sie abgefeuert werden. Auch gelenkte Waffen benötigen teilweise einen Behälter, in dem sie transportiert werden. Meistens hat der Launcher als Auswahlmöglichkeit in ArmA keine Bedeutung, allerdings werden u.A. durch RHS eben jene hinzugefügt, wodurch das Wissen gerade für Missionsbauer nicht ohne Bedeutung ist. Die Launcher unterscheiden sich vor allem durch die Kapazität der tragbaren Raketen.
Außerdem werden durch “Racks” die Anzahl der Steckplätze (Pylonen) eines Fluggeräts erhöht. Diese Racks werden an die Pylone des Fluggeräts angebracht und an ihnen dann die jeweiligen Waffen.

Folgende Racks und Launcher werden euch in ArmA begegnen:

Name Description Weapons Capability Example AC
BRU-42 Triple Ejector Rack MK82, Pods 3 Pigs / 3 Pods A-10A
LAU-61 Hydra Rocket Launcher Hydra70 19 rounds AH-1Z
LAU-68 Hydra Rocket Launcher Hydra70 7 rounds AH-1Z, A-10A
LAU-88 Triple Ejector Rack AGM-65 3 rifles A-10A
LAU-114 AIM-9 Dual Launcher AIM-9 2 rifles A-10A
LAU-131 Hydra Rocket Launcher Hydra70 7 rounds A-10A
M260 Hydra Rocket Launcher Hydra70 7 rounds AH-64D
M261 Hydra Rocket Launcher Hydra70 19 rounds AH-64D
M299 Missile Launcher AGM-114 4 rifles AH-1Z, AH-64D
M310 Missile Launcher AGM-114 2 rifles AH-1Z, AH-64D

Unterscheidung

Bei den Air-to-Ground Flugkörpern können wir zwischen zwei verschiedenen Arten unterscheiden: gelenkt und ungelenkt. Die gelenkten Waffen werden als “Lenkflugkörper” (Missile) bezeichnet, die ungelenkten als “Raketen” (Rockets). Desweiteren können wir die gelenkten Raketen anhand von mindestens drei verschiedenen Lenksystemen unterscheiden: Laser-, IR- und Telelenkung. Letztere ist auch als “drahtgelenkt” bekannt. Neben den Flugkörpern gibt es in ArmA noch Bomben, die wir gesondert unterteilen.

Missile / Lenkflugkörper

AGM-65 Mav

Die AGM-65 Maverick kann für verschiedenste Ziele eingesetzt werden. Zum Zerstören feindlicher Panzerfahrzeuge oder Flugabwehr, zum gezielten Treffen in das Herz eines Treibstoffdepots oder zum Eliminieren einer MG-Stellung. Mavericks sind von der ersten Version an mit einer Kamera ausgestattet, mit welcher der Pilot oder WSO das Ziel der Maverick bestimmten konnte. Die Maverick ist eine Fire-and-Forget Waffe (ausgenommen die E-Variante).

Maverick B [RHS]
Diese Variante wird lediglich via einem elektrooptischen TV-Bildschirms gesteuert. Der Pilot richtet die Kamera mittels Bildschirm im Cockpit auf das Ziel aus. Bereits kleinstes Mündungsfeuer kann die Maverick von ihrem Ziel abbringen. Sie ist daher sehr ungenau und wurde nur bis in die späten 70er Jahre produziert.

Maverick D [RHS]
Bei der Maverick D wurde ein IR-Suchkopf zur Kamera hinzugefügt. Diese schaltet also, wie die G-Variante, auf Wärmesignaturen auf, ist jedoch eine Entwicklung, die der G vorangeht.

Maverick E [RHS]
Vorentwicklung der L-Variante, die vom USMC genutzt wird. Die E-Variante arbeitet mit SALH (Semi-active laser homing / Halbaktive Zielsuchlenkung). Sie ist keine Fire-and-Forget Waffe, da ein Laser dauerhaft auf das Ziel gerichtet sein muss.

Maverick F [RHS]
Vergleichbar mit der G-Variante.

Maverick G
Mit der G-Variante werden seit 1989 von der USAF größere wärmeabstrahlende Ziele erfasst. Diese Maverick schaltet durch einen IR-Suchkopf auf das Ziel auf und verfolgt diese Wärmesignatur. Das Flugzeug kann also direkt nach dem Abschuss bereits wieder umkehren.

Maverick L
Die L-Variante ist die neuste Version der Maverick und seit 2012 bei der USAF im Einsatz. Diese verfügt über einen lasergelenkten Suchkopf. Der Flugkörper wird im Fluggerät auf den Laser aufgeschaltet. Ob dabei der JTAC am Boden, die Drohne in der Luft oder das Fluggerät selbst lasert, ist vollkommen irrelevant. Sobald die Maverick das Ziel erfasst hat, kann sie abgeschossen werden. Im Weiteren muss das Ziel kontinuierlich bis zum Splash mit dem Laser markiert werden. Dazu kann das Fluggerät selbst allerdings abdrehen, da die Maverick das Ziel eigenständig verfolgt.

DAGR

Eine gelenkte Variante der Hydra 70 (M151). In ArmA kann sie sowohl auf Laser als auch auf IR aufgeschaltet werden. Die DAGR nutzen das gleiche Launcher-System wie die Hellfire II (M299, M310). Allerdings wird sie noch nicht im aktiven Dienst verwendet.

AGM-88C HARM

HARM steht für High-Speed-Anti-Radiation-Missile, zu deutsch Hochgeschwindigkeits-Antiradar-Lenkflugkörper. Sie wird gegen feindliche Flugabwehr und Radaranlagen eingesetzt. Hauptsächlich findet sie Einsatz bei sogenannten SEAD-Angriffen (Suppression of Enemy Air Defences) um die Luftüberlegenheit herstellen zu können, damit anschließend andere Fluggeräte - z.B. CAS- oder Bombenangriffe - durchführen können. Die AGM-88C ist eine vollumfängliche Fire-And-Forget Waffe. Sie bekommt vom Piloten ein Ziel zugewiesen und verfolgt dieses dann von alleine, auch wenn das Radar abgeschaltet wird. Bei letzterem entsteht allerdings automatisch eine gewisse Ungenauigkeit.

AGM-114 Hellfire

Die Hellfire wurde ursprünglich für den Einsatz gegen gepanzerte Ziele entworfen. Durch die langjährige Entwicklung wird sie mittlerweile auch gegen Personen, HVTs und andere Ziele eingesetzt. Ihr Haupteinsatz erfolgt auf den Kampfhubschraubern der US-Kräfte, sie ist aber auch auf diversen Bodenfahrzeugen, bemannten und unbemannenten FW, sowie Booten vertreten.
Grundsätzlich schaltet die Hellfire, bis auf eine Variante (Lima), auf Laser auf. Sie kann je nach Art in zwei und mehr Modi gefeuert werden. Alle Varianten der Hellfire II können LOAL oder LOBL gefeuert werden. Dadurch bieten die Hellfire-Raketen zwei immense Vorteile: Zum einen muss sich der Waffenträger bei einem LOAL-Schuss gar nicht zum Ziel exponieren, da er die Rakete einfach in die Richtung feuern kann und diese dann ihr Ziel von alleine findet, sofern ein Dritter das Ziel lasert. Muss der Helikopter das Ziel doch selber lasern, muss er auch dazu nur kurzzeitig auftauchen, jedoch so, dass die Hellfire noch genügend Zeit hat ihren Kurs zu ändern. Zum anderen muss sich bei LOBL zwar der Angreifer exponieren, um das Ziel aufzuschalten und im Blick zu behalten, der JTAC hingegen kann seinen Laser ausschalten, sobald die Hellfire abgeschossen wurde.
Alle Hellfire II haben eine Reichweite von 8 km und werden aus den beiden Missile Launchern M299 (4 rifles) oder M310 (2 rifles) abgefeuert.

Auf folgenden RW wird die Hellfire in ArmA genutzt:

  • AH-1Z [RHS]
  • AH-64 [UK3CB]
  • AH-64D [RHS]
  • Apache AH1 [UK3CB]
  • AH-6M [RHS / Vanilla]
  • RAH-66 Comanche [Vanilla]
  • UH-60M (EWS / ESSS) [RHS]
  • Wildcat AH1 [UK3CB]

Auf folgenden FW wird die Hellfire in ArmA genutzt:

  • A-29 Super Tucano [RHS] (kann man durchgehen lassen, da keine AGM-65)
  • MQ-9 Reaper [RHS]

Ich empfehle dringend, die RHS-Variante der Hellfire aufgrund ihrer Funktion und ihres Designs zu nutzen (Stand Mai 2020). Für Schützen der Hinweis, dass es auch eine “Previous Weapon” Steuerungsoption in den Einstellungen gibt.

AGM-114K Hellfire II
Die “Standard”-Variante unter den modernen Hellfires. Ausgerüstet mit einer Hohlladung ist sie effektiv gegen alle möglichen gepanzerten Ziele.

AGM-114N
Baut auf dem Modell der K-Variante auf. Statt einer Hohlladung ist der Sprengkopf der N-Variante thermobarisch und daher sehr gut geeignet für urbane Ziele. Sie wurde z.B. sehr oft im Kampf gegen die Taliban genutzt. Auch in ArmA erzielt die N-Variante durch die enorme Druckwelle eine starke Wirkung in Städten.

AGM-114M
Die M-Variante besitzt eine Splittersprengladung, wodurch sie sehr gut gegen Soft-Targets, leichte Fahrzeuge und Bunker eingesetzt werden kann.

AGM-114L
Diese Variante ist eine Fire-and-Forget-Hellfire, da sie durch ihr eigenes Radar das Ziel vollständig und selbstständig verfolgen kann. Sie wird auf dem Apache Longbow mit Radar eingesetzt. Sie besitzt eine HEAT-Ladung, wodurch sie gegen alle möglichen gepanzerten Ziele eingesetzt werden kann.

PARS 3 LR

Das Panzerabwehr Raketensystem der dritten Generation mit langer Reichweite [PARS 3 LR] ist eine deutsche Produktion und wird bei uns nur auf dem Eurocopter Tiger eingesetzt. Sie ist eine Fire-and-Forget Waffe mit IR-Lenkung. Die Version LR hat eine Reichweite von 6 km und kann sowohl gegen Bodenziele, als auch gegen Helikopter eingesetzt werden. Die PARS 3 LR kann in den beiden Modi “Direct” und “Lofted” (Top-Down) eingesetzt werden. Durch ihre Fire-And-Forget Eigenschaft können gleichzeitig mehrere Ziele bekämpft werden.

HOT

HOT steht für hoher Unterschall, optisch, telegesteuert. Sie ist vergleichbar mit der amerikanischen TOW, da sie ebenfalls drahtgelenkt ist und ähnliche Wirkungen aufweisen kann. Der Lenkflugkörper wird über die Kamera des Co-Piloten gesteuert und so ins Ziel gelenkt.
Folgende Versionen der HOT stehen zur Verfügung:

Name Sprengkopf hohe Effektivität bei folgenden Zielen
HOT-1 HEAT Leicht gepanzert bis schwer gepanzert
HOT-2 HEAT Mittel gepanzert bis schwer gepanzert
HOT-2MP HEAT-MultiPurpose basierend auf HOT-2; Starke Splitterwirkung; Ineffektiv gegen Panzer, dafür effektiv bei Gebäuden/Bunkern
HOT-3 Tandem-HEAT Bis zu schwerst gepanzerten Ziele

Mittlerweile wird sie durch die PARS 3 ersetzt. Da aber noch weiter Bestand bei der Bundeswehr vorhanden ist, wurde sie bis vor kurzem auch noch in Afghanistan verwendet.

Raketen / Rockets

Ungelenkte Raketen sind aufgrund ihrer Ungenauigkeit hauptsächlich gegen größere Ziele effektiv. Als Nachteil bei diesen Waffen kann angesehen werden, dass sich das Fluggerät im direkten Anflug auf das Ziel befinden muss. Je nach Entfernung zum Ziel kann aber auch ein einzeln gepanzertes Fahrzeug damit zerstört werden. Besonder effektiv sind sie allerdings bei größeren Feindansammlungen auf Freiflächen oder in Gebäuden, bei Konvois oder zur Unterdrückung. Die Rakete an sich umfasst den Antrieb und die Stabilisatoren. Die Explosionswirkung erzielt der Sprengkopf, der eine abweichende Bezeichnung besitzt und häufig universal auf mehreren Raketen einsetzbar ist.

FFAR [RHS]

Die Folding Fin Aerial Rocket (zu deutsch Rakete mit ausklappbaren Stabilisatoren) war ursprünglich eine Luft-Luft-Rakete, die später zur Luft-Boden-Rakete umfunktioniert wurde. Sie wurde im Vietnam-Krieg massivst im CAS gegen Bodenziele genutzt, bis sie durch die Hydra 70 ersetzt wurde. Ihren Namen verdient sie sich dadurch, dass sie durch ausklappbare Finnen wie ein Pfeil stabilisiert wird. Bei der FFAR können wir unter ArmA nur den M151 Sprengkopf nutzen.

Hydra 70

Aufbauend auf die FFAR, ist die Hydra 70 eine bis heute vielfältig genutzte Rakete. Sie wird sowohl auf RW als auch auf FW eingesetzt und kann je nach Sprengkopf gegen Hart- oder Weichziele eingesetzt werden. Die 70 steht für den Durchmesser der Raketen, der 70 mm beträgt.

Unter Vanilla kann die Hydra 70 in die beiden Kategorien HE und AP geteilt werden.

Durch RHS werden folgende Sprengköpfe hinzugefügt:

M151 HEDP - 10lb 10 m Sprengradius / 50 m Splitterflug
M229 HEDP - 17lb Etwas stärker als die M151
M257 Parachute illum Flare zündet nach 10 Sekunden Flug / ca. 3 - 4 km entfernt vom Abschusspunkt; Leuchtet 120 Sekunden

CRV-7

Das kanadische Pendant (Canadian Rocket Vehicle 7) zu den amerikanischen Hydra 70. Aufgrund ihrer höheren Reichweite und Einschlagsenergie, sowie stabilerer Flugbahn, ist sie leistungsstärker als ihre Konkurenten. Eingeführt wurde sie in den späten 70er Jahren und ist seither eine der stärksten Raketen ihrer Art.
In ArmA wird sie durch die beiden Sprengköpfe HEISAP und FAT vervollständigt und optional durch eine gelenkten Variante ergänzt. Aufgrund ihrer kostengünstigen Bauweise und hohen Effektivität bietet sie eine günstige Alternative zu anderen AGM wie die AGM-114 Hellfire. Sie wird von nahezu allen NATO-Staaten außer den USA genutzt.

HEISAP

High-explosive incendiary semi-armor-piercing - vor allem eingesetzt gegen Betongebäude oder geschützte Flugzeughangar, da sie Wände oder auch Erde durchdringen kann und anschließend den Sprengkopf zündet.

FAT
Flechette Anti-Tank - effektiv gegen gepanzerte Ziele aller Art.

PG
Seit 2007 bietet die CRV7 auch eine “precision guided” Variante ihrer Waffe. Diese schaltet auf Laser auf.

Bombs / Bomben

Grundsätzlich kann zwischen drei verschiedenen Bomben unterschieden werden. Zum einen die ganz normale Freifallbombe, auch dumme Bombe (dumb bomb) genannt, die vor allen Anderen existierte. Die Freifallbomben wurden über die Jahre modifiziert, um sie zu sogenannten Smart Bombs zu machen. Bei uns ist bisher nur die lasergelenkte Bombe vertreten.
Neben den konventionellen Bomben gibt es noch Streubomben, die auf einer vorgegebenen Höhe ihren Behälter öffnen, wodurch sie viel Submunition über einen großen Bereich streuen.

Dumb Bombs / Freifallbomben

Aufgrund ihrer nicht exakt berechenbaren Einschlagsposition eignen sie sich gut gegen größere Ziele wie Basen, Camps oder Rollfelder, aber auch gegen Konvois.

Mark 82
Uns steht nur eine einzige Dumb Bomb zur Verfügung: Die Mark 82. Gleichzeitig ist sie die Basis für viele präzisionsgelenkte Waffen. Die Mk 82 ist eine der meist abgeworfenen Bomben und findet gerade bei größeren Bombardements viel Anwendung.

Cluster Bombs / Streubomben

Betrachtet man die Sprengkraft der Streubomben, zeichnet sich eine enorme Wirksamkeit gegen Weichziele und kleinere Fahrzeuge ab. Auf einer bestimmten Höhe über dem Boden öffnet die Cluster Bomb ihren Behälter und verstreut dadurch ihren Inhalt, der zumeist aus kleiner Submunition besteht.

Aufgrund ihrer vielen Blindgänger (Unexploded Ordnance [UXO]) ist die Streubombe völkerrechtlich sehr umstritten. Mehrere Länder haben unterschrieben, diese Art der Bombe aufgrund der Gefahr für die Zivilbevölkerung nicht zu nutzen. Auch in ArmA wird ein gewisser Blindgängeranteil simuliert. Die Blindgänger sind unterschiedlich empfindlich:

Common Verhält sich wie eine reguläre Mine
Delayed explodiert etwas später, nachdem sie getriggert wurde
Tough Explodiert erst nach gewaltsamer Einwirkung
Sensitive Sehr sensibel, explodiert schon beim Vorbeilaufen eines Hasen

CBU-85 Cluster
Die Waffe gibt es nur in ArmA (es liegt aber nahe, dass sie der CBU-87 abstammt). Es besteht eine 7-%ige Chance, dass Blindgänger zurückgelassen werden. Der Sprengradius beträgt 85 m. Sie kann ihr Ziel lasergelenkt erreichen.

BL778 Cluster
Auch diese Cluster Bomb kommt gibt es nur in ArmA (auch hier, vermultich reales Vorbild: BLU-755). Die Chance auf UXO liegt auch bei 7%, der Sprengradius ist etwas kleiner (50 m).
Sie kann ihr Ziel lasergelenkt erreichen.

CBU-87 [RHS]
Diese Cluster Bomb Unit ist ungelenkt und bereits seit 1986 bei der USAF im Einsatz. Die enthaltenen Bomblets haben eine Dreifachwirkung. Zum einen beinhalten sie eine Hohlladung zur Bekämpfung von gepanzerten Zielen, zudem erzeugen sie eine Splitterwirkung und zusätzlich werden auch brennende Fragmente erzeugt. Dadurch eignet sich diese Bomben sowohl für gepanzerte Ziele aber auch und gerade für Weichziele.

CBU-89 [RHS]
Die CBU-89 ist das Abwurfsystem für das “GATOR mine system”. Sie hat als Submunition 72 Anti-Tank Minen und 22 Anti-Personen Minen.

CBU-100 [RHS]
Im Gegensatz zur CBU-87 eignet sich die CBU-100 aufgrund ihrer Antitank-Bomblets (Mk 118 Antitank Bomblet) sehr gut gegen gepanzerte Ziele.

Guided Bombs / Gelenkte Bomben

Die gelenkten Bomben in ArmA sind grundsätzlich LOAL. Das hat den entscheidenden Nachteil, dass die GBU-12 kurz vor dem Einschlag Sicht auf das Ziel (und somit den Laser) haben muss, damit sie ihren Kurs noch entsprechend korrigieren kann.

GBU-12
Die GBU-12 ist die lasergelenkte Variante der Mk82. Das System wurde entsprechend mit Instrumenten zur Laserverfolgung und Lenkung ausgerüstet. Durch ihre Präzisionlenkung eignet sie sich perfekt für gepanzerte Ziele aller Art, Gebäude und Bunker.

Satellite-guided bomb / Sattelitengestütze Bomben

Platzhalter - Aktuell in ArmA nicht vertreten

Schlusswort

Dieser Artikel dient auch dazu, dass sich Missionsbauer über ihren verbauten CAS informieren können. Ziel des ganzen ist es uns ein immersiveres Gameplay bieten zu können.

Danke an Fray, Mirkuh und marjosch für’s Gegenlesen, sowie Fray, Peer, marjosch und Raven für’s Testing.