Das Rifle Squad bildet das Rückgrat der Infanterie. Bei Gruppe W ist es die durch die Gruppenordnung vorgegebene Standardeinheit.

Aufbau und Aufgabenverteilung

Das Rifle Squad besteht aus neun Soldaten bzw. Spielern, aufgeteilt in den Squad Leader und zwei Fire Teams. Jedes Fire Team besteht aus vier Soldaten bzw. Spielern, die durch ihre Bewaffnung eine individuelle Aufgabe wahrnehmen.

  • Der Squad Leader (SL) führt seine Einheit durch Vorbild, Befehl und Auftrag. Seine Aufgabe besteht darin, den Auftrag des Squads in Aufträge für die Fire Teams zu übersetzen. Dadurch ist er auch für das Squad und seine Aktionen verantwortlich. Dabei kann er selbst die Initiative ergreifen und eigenverantwortlich ohne ständige Führung von Oben agieren. Bei der Führung verlässt er sich auf die beiden Team Leader (er gibt also nicht direkt einzelnen Soldaten Befehle). Der Squad Leader muss alle Waffensysteme im Squad und ihre Einsatzmöglichkeiten kennen und beherrschen. Er gibt taktische Bewegung sowie Waffeneinsatz vor und nutzt dafür insbesondere die Taktik des Fire and Movement. Außerdem kommuniziert er mit der Platoonführung und den anderen Squads. Im Notfall ist er in der Lage, die Aufgaben des Platoon Leaders oder Sergeants zu übernehmen.
  • Die beiden Team Leader (TL) führen ihre Teams durch Vorbild, Befehl und Auftrag. Dadurch sind sie auch für ihre Teams und deren Aktionen verantwortlich. Ein Team Leader sorgt dafür, dass das Fire Team den Auftrag des Squad Leaders erfüllt und ergreift dabei auch selbst die Initiative. Er ist verantwortlich für Bewegung und Feuer des eigenen Teams und sorgt für die richtige Sicherung. Er kennt und beherrscht alle Waffensysteme in seinem Team. Notfalls ist er in der Lage, die Aufgaben des Squad Leaders oder Platoon Sergeants zu übernehmen.
  • Der Automatic Rifleman (AR) hat die Aufgabe, Unterdrückungsfeuer zu geben oder auf Flächenziele zu wirken. In der Regel ist er dazu mit einem LMG ausgerüstet. Sein Unterdrückungsfeuer ermöglicht anderen Einheiten die Bewegung und verhindert feindliches Feuer. Er übernimmt zudem im Notfall die Aufgaben des Team Leaders oder Squad Leaders.
  • Der Grenadier (GRN) nutzt einen Granatwerfer, um indirektes Feuer mit explosiver Munition zu leisten. Seine Aufgabe ist es Infanterie, leichte Fahrzeuge und Stellungen zerstören, Rauch zur Markierung sowie Deckung einzusetzen oder mit Leuchtmunition für Beleuchtung zu sorgen. Daneben nimmt er die Aufgaben des Riflemans wahr.
  • Der Rifleman (RFLM) nutzt ein Sturmgewehr, um in erster Linie präzises Feuer auf den Feind abzugeben. Dazu nutzt er die Visiere seiner Waffe. Er kann außerdem als Erstversorger oder für andere spezialisierte Aufgaben herangezogen werden und übernimmt bei deren Ausfall die Waffen des Automatic Riflemans oder Grenadiers. Bei Gruppe W wird er oft direkt als Sonderrolle angelegt und trägt dann entsprechend spezialisierte Bewaffnung (siehe Unten).

Durch diesen Aufbau ergeben sich eine ganze Reihe von Vorteilen:

  • Bis auf den Squad Leader ist jede Rolle redundant, d.h. doppelt vorhanden, sodass die Aufgabe weiter erfüllt werden kann, auch wenn ein Spieler ausfällt.
  • Der Squad Leader wird entlastet, weil er nur zwei Teileinheiten führt, anstatt alle acht Untergebenen direkt.
  • Die Teams sind von der Größe her leicht zu führen, was den Team Leader entlastet.
  • Im Fire Team sind mit gezieltem, indirektem und unterdrückendem Feuer alle Möglichkeiten, auf ein Ziel zu wirken, gegeben. Das ermöglicht dem Team, den Gegner effektiv zu bekämpfen, indem es ihn vor Dilemmata stellt: Ein Feind, der versucht, sich gezieltem Feuer durch schnelle Bewegung zu entziehen, kann dabei nicht dem Unterdrückungsfeuer entkommen. Wenn er versucht, sich dem Unterdrückungsfeuer durch harte Deckung zu entziehen, wird er durch das indirekte Feuer weiterhin bedroht.
  • Dadurch, dass alle Arten von Feuer durch ein Fire Team abgedeckt werden, wird auch Fire and Movement ermöglicht, da das zweite Fire Team sich bewegen kann, während das erste feuert.

Sonderrollen bei Gruppe W

Bei Gruppe W hat es sich etabliert, dass die Riflemen häufig durch sogenannte Sonderrollen ersetzt werden. Das bedeutet, dass der Rifleman eine Waffe oder Ausrüstung erhält, die seinen Aufgabenbereich erweitert. Auch dann ist er aber immer noch in erster Linie Rifleman. Beispiele für solche Rollen sind:

  • Munitionsträger, die einen Rucksack mit zusätzlicher Munition für das Team dabei haben;
  • Combat Medics (CM) bzw. Combat First Responder (CFR), die mit zusätzlichem Medic-Material ausgestattet sind, um besser Ersthilfe leisten zu können;
  • Riflemen AT, die mit einem handlichen, leichten Raketenwerfer ausgestattet sind (oft Einmalwerfer);
  • Designated Marksmen, die mit einer besseren Zieloptik ausgestattet sind, um noch präziser schießen zu können, als der Rifleman (bei der US-Army sind diese aber nicht bestandteil des Fire Teams, sondern dem Squad zusätzlich angegliedert).

Das Rifle Squad beim USMC

Das United States Marine Corps ist anders als die US Army (Ihrer eigenen Meinung nach besser – die Army sieht das naturgemäß anders). Das Squad besteht hier nicht aus neun, sondern aus dreizehn Mann. Ein Squad Leader führt hier drei Fire Teams, die jeweils aus einem Team Leader (oft mit UGL), einem AR, einem AAR und einem RFLM bestehen. Die Aufgaben sind allerdings ähnlich wie beim Squad der Army.

Kommunikation

Funkgeräte und Rufnamen

In der Regel sind bei Gruppe W alle Mitglieder eines Squads mit Funkgeräten ausgestattet, es kommt aber auch vor, dass nur Squad und Team Leader oder gar niemand ein Funkgerät für die interne Kommunikation tragen.

Rufnamen sind im Squad in der Regel nicht nötig. Zur Kommunikation nach Außen oder um durchzuzählen, werden aber Nummern vergeben. Dafür existieren bei Gruppe W zwei Standards, die abhängig vom jeweiligen Squad Leader gewählt werden:

  • Teams werden nummeriert: Der Standard auch bei der US Army. Der Squad Leader heißt Actual, das erste Fire Team heißt 1, das zweite 2, innerhalb des Fire Teams wird von 1 (TL) bis 4 (RFLM) nummeriert, wobei die Nummer an die des Teams angehängt wird.
  • Teams werden mit Farben benannt: Für viele Squad Leader ist die Nummerierung verwirrend, weil auch auf Platoonebene Nummern vergeben werden. Sie weichen darauf aus, jedem Team eine Farbe zuzuordnen. Beispielsweise könnte das erste Team weiß heißen, das zweite schwarz.
  • Eine Nummerierung von eins bis neun findet nie statt!

Ein Beispiel für diese Systeme:

Einheit Name mit Nummer Name mit Farbe
SL Actual Actual
1. TL 1-1 weiß-1
1. AR 1-2 weiß-2
2. TL 2-1 schwarz-1
2. GRN 2-3 schwarz-3

Kommunikation im Squad

Auf Squadebene sollte in der Regel per Funk kommuniziert werden. Umgekehrt gehört auf den Funkkanal auch nur, was das gesamte Squad angeht. Das sind

  • Befehle und Aufträge des Squad Leaders an die Fire Teams,
  • Meldungen der Team Leader an den Squad Leader,
  • Absprachen der Team Leader untereinander,
  • Kontaktmeldungen von jedermann,
  • Meldungen über Ausfälle o.Ä. von jedermann.

Ist kein Funkgerät vorhanden, müssen die o.g. Informationen immer über eine Redekette (Prinzip der stillen Post) weitergesagt werden.

Je nach Situation ist es sinnvoll, vor dem Funkspruch den eigenen Rufnamen bzw. die Nummer im Squad zu nennen:

  • Die TLs sollten Befehle mit einem „Eins hat verstanden“ o.Ä. bestätigen, damit der SL weiß, ob der Befehl ankam (und bei wem).
  • Man kann so darüber informieren, wer spricht, damit andere Richtungen richtig einschätzen können, z.B.: „1-2 hat Kontakt, Infanterie, 200 m auf 300°.

Kommunikation im Fire Team

Innerhalb des Fire Teams wird in der Regel nur mündlich kommuniziert. Sonst würde der Funkkanal für das andere Team blockiert, für das die Informationen zudem oft uninteressant sind. Das heißt auch, dass alle Mitglieder des Fire Teams stets in Rufreichweite zueinander bleiben. Unter solche Informationen fallen

  • Befehle und Aufträge des Team Leaders,
  • Absprachen über das Vorgehen im Team,
  • Einteilung von Sicherungsbereichen,
  • Informationen zum Munitionsstand,
  • Nachfragen und Erklärungen,
  • etc.

Ein Squad führen

Die Aufgabe des Squad Leaders ist, wie oben bereits geschrieben, den Auftrag, den das Squad vom Platoon Leader erhalten hat, in Aufträge für die beiden Fire Teams zu übersetzen, sodass er effizient und effektiv erfüllt werden kann. Hier findest du einige Hinweise, was du als Squad Leader beherrschen solltest und wie du optimal agierst.

Voraussetzungen

Als Squad Leader musst du ausreichende Spielerfahrung haben. Generell kannst du dich neben unserer Slotempfehlung an folgenden Punkten orientieren:

  • Du solltest alle Rollen im Squad mehrfach in Events ausgeübt haben und sie beherrschen.
  • Du solltest mehrfach Fire Team Leader im Event gewesen sein.
  • Ideal ist vor deiner ersten Eventteilnahme als Squad Leader auch ausreichend Erfahrung in der Rolle aus Abendmissionen.
  • Du musst dich mit den theoretischen Grundlagen auskennen (wenn du dies hier liest, bist du immerhin am richtigen Ort, um dich zu informieren).

Persönliches Verhalten

Du bist als Squad Leader Vorbild für deine Einheit. Handle entsprechend auch so!

  • Arbeite innerhalb deines Squads kollegial mit den anderen zusammen. Lass Vorschläge zu, bleibe aber bestimmend. Löse die Probleme deiner Untergebenen.
  • Verhalte dich den anderen Squads gegenüber partnerschaftlich. Mache Vorschläge, erfrage Hilfe und halte die Kommunikation aufrecht.
  • Lass dich von deinem Platoon Leader führen. Nimm Befehle und Aufträge ernst. Weise konstruktiv auf Fehler hin und unterbreite Gegenvorschläge, akzeptiere aber auch, wenn diese abgelehnt werden.
  • Kommuniziere nach außen und innen knapp und präzise. Denke über deine Befehle und Meldungen nach, bevor du sie gibst.
  • Bleibe stets zuversichtlich und motivierend.

Aufgaben im Detail

  • Informiere das Squad fortlaufend über
    • die Aufgabe des Platoons,
    • die Aufgabe deines Squads und der anderen Squads,
    • Position und Bewegung eigener Einheiten,
    • Position und Bewegung feindlicher Einheiten.
  • Fordere Informationen von den Team Leadern:
    • Kontakte und Beschuss,
    • Vorhaben,
    • Munitionsstand, Ausrüstung, Ausfälle.
  • Steuere die taktische Bewegung der Teams:
    • Wer bewegt sich wohin?
    • In welcher Geschwindigkeit bzw. Gangart?
    • Welche Manöver (bounding overwatch) kommen dabei zum Einsatz?
  • Steuere den Waffeneinsatz der Teams:
    • Wann darf geschossen werden?
    • Welches Team schießt, welches bewegt sich (Fire and Movement)?
    • Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Feuerüberfall?
  • Sorge für die Sicherheit des Squads:
    • Teile Sicherungsrichtungen ein und ergänze dabei die anderen Squads des Platoons,
    • Sorge für die Errichtung von Stellungen,
    • Fördere den Zusammenhalt und die Kommunikation im Squad.

Verhalten bei Kontakt

  • Sichere immer zuerst dein eigenes Überleben, ohne dich vom Squad zu trennen. Du nützt deinem Squad nichts, wenn du tot bist.
  • Oft sind Soldaten bei plötzlichem Kontakt orientierungslos und überfordert. Als Squad Leader darf dir das nicht passieren. Bewahre die Ruhe und stabilisiere deine Einheit, indem du klare Kontaktmeldungen und Anweisungen an die Männer gibst.
  • Danach analysiere die Lage, entscheide, wie du weiter vorgehen wirst, formuliere einen passenden Befehl und erteile ihn dann an die Teams.
  • Mache nun per SITREP Meldung an den Platoon Leader:
    • Wo befindest du dich?
    • Wie ist die Situation, was ist passiert?
    • Was ist dein Vorhaben, wie reagierst du?
  • Wenn du nun neue Befehle erhältst, führe diese entsprechend aus.

Kämpfen im Fire Team

folgt

Bewegung auf Squadebene

folgt

Waffeneinsatz auf Squadebene

folgt

Sicherung auf Squadebene

folgt